
In Wiesbaden ist mit einem symbolischen Spatenstich der Bau einer neuen vierzügigen Grundschule an der Wettinerstraße gestartet. Auf dem Gelände im Südosten der Stadt entsteht ein Schulstandort für rund 400 Schülerinnen und Schüler sowie eine Sporthalle mit zwei Spielfeldern. Die Stadtverwaltung stellt das Projekt als Beitrag zur Stärkung der Bildungsinfrastruktur und zur nachhaltigen Stadtentwicklung dar.
Gebäude, Raumkonzept und Ausstattung
Das neue Schulgebäude umfasst etwa 8 700 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. In den oberen Geschossen sind Cluster Lernbereiche vorgesehen, in denen 16 Klassenräume zu autarken Einheiten zusammengefasst werden. Ergänzend sind Differenzierungsräume, Teamräume und offene Lernzonen samt nutzbaren Außenflächen wie Terrassen und Balkonen geplant, um zeitgemäße pädagogische Konzepte baulich umzusetzen.
Im Zentrum des Hauses liegt eine Aula mit Sitzstufenanlage, die als Versammlungsraum für schulische Veranstaltungen dienen soll. Direkt angrenzend befindet sich die Mensa mit einer Ausgabekapazität von bis zu 360 Essen pro Tag in mehreren Schichten. Die angegliederte Sporthalle ist vorrangig für den Schulbetrieb konzipiert, soll aber auch von Sportvereinen genutzt werden können. Das Dach der Halle wird als Schulhof gestaltet und schließt ebenerdig an die Freianlagen an, sodass ein geschützter Aufenthalts und Bewegungsbereich oberhalb des Straßenniveaus entsteht.
Lage, Freiräume und Anbindung
Das ursprüngliche Grundstück wurde geteilt: Auf dem nördlichen Teil wird die Grundschule errichtet, auf dem südlichen eine Kindertagesstätte vorgesehen. Zwischen den Flächen sieht der neue Bebauungsplan einen öffentlichen Fußweg vor. Dieser soll künftig die Wettinerstraße mit dem Parkplatz an der Balthasar Neumann Straße und der angrenzenden Wohnbebauung verbinden und damit die Durchwegung im Quartier verbessern.
Stadtvertreter betonen die Verknüpfung von Schule, Sporthalle und Freianlagen als einander ergänzende Elemente, die eine sinnvolle Einbindung in das bestehende Viertel erlauben. Geplant sind außerdem extensive Dachbegrünungen, Photovoltaikanlagen und eine langlebige Fassadengestaltung, um dem Anspruch einer nachhaltigen Bauweise Rechnung zu tragen.
Träger, Zeitplan und Kosten
Bauherrin und Betreiberin des Projekts ist die WiBau GmbH. Die Gesellschaft wird das Gebäude im Rahmen eines Mietmodells an die Landeshauptstadt Wiesbaden vermieten. Die Planung stammt vom Architekturbüro Architektei Mey aus Frankfurt am Main. Die Verantwortlichen beschreiben das Vorhaben als Beispiel für eine partnerschaftliche und wirtschaftliche Umsetzung kommunaler Bauvorhaben.
Die Verbau und Erdbauarbeiten sind für den Zeitraum Januar bis Juni 2026 vorgesehen, der Beginn der Rohbauarbeiten ist für Juli 2026 geplant. Die Fertigstellung wird derzeit für Dezember 2028 erwartet. Die reinen Baukosten werden mit rund 29,4 Millionen Euro brutto angegeben. Das Gesamtprojektbudget liegt bei 51,2 Millionen Euro brutto.
Mit dem Bau des neuen Schulstandorts soll langfristig die Bildungsinfrastruktur im Wiesbadener Südosten gestärkt werden. Die Stadtverwaltung hebt kurze Wege, moderne Bildungsangebote und die Einbindung in das Quartier als zentrale Ziele des Projekts hervor.
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